Ärzteversorgung im Raum Mittelsachsen.

Zur Bekanntmachung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen zu den ausgewiesenen Planungsbereichen der Ärzteversorgung insbesondere zur Feststellung von Über- und Unterversorgung erklärt die  CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann:

„Die im Rahmen der Bedarfsermittlung regelmäßig alle drei Monate durchgeführten Erhebungen im Herbst 2010 bezüglich des Versorgungsgrades mit Ärzten führten in Mittelsachsen zu einem Ergebnis, dass der „gefühlten“, medizinischen Versorgungslage zumindest punktuell widersprechen dürfte.

Im Bereich Freiberg, Döbeln und Mittweida besteht nun, laut Kassenärztlicher Vereinigung Sachsen (KVS), eine ausreichende Versorgung in den Facharztbereichen wie zum Beispiel Anästhesie, Chirurgie, Augen- und Hautkranken, Gynäkologie und Orthopädie.

Eine akute Unterversorgung gibt es allerdings im Bereich der Hausärzte. So dass es in diesem Bereich für Döbeln keine Zulassungsbeschränkung für eine notwendige Niederlassung von Hausärzten gibt. In der Region Freiberg müssten fünf und in Mittweida eine neue Hausärztestelle angesiedelt werden, um eine bedarfsgerechte Versorgung zu realisieren.

Es ist daher dringend notwendig in enger Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung, den Hochschulen und den Gesetzlichen Krankenkassen geeignete Fördermöglichkeiten zur Ansiedlung im Bereich der Hausärzte zu schaffen, um den schon vorhandenen Hausärztemangel der sich aufgrund der Bedarfsplanneuerung und Altersstruktur in den kommenden Jahren noch verschärfen wird entgegenzutreten.

Überarbeitenswert sind meines Erachtens nach auch die Quotengrenzen, nach denen bei Fachärzte eine Überversorgung bei 110 % vorlag und eine Unterversorgung ab 50 %. Hausarztbereiche gelten bei 75 % als unterversorgt.“

Hintergrund:
Grundlage zur Ermittlung der Bedarfsplanung ist eine Arzt-Einwohner-Relation. Hierbei wird die Einwohnerdichte in Bezug zur Fläche des Versorgungsgebietes gesetzt. Zu begrüßen ist hierbei, dass außer der normalen Bevölkerungsdichte ab 2011 auch die Kennzahlen des demographischen Wandels berücksichtigt werden. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss bereits am 15. Juli 2010 in Berlin beschlossen. Die Einführung der Berücksichtigung des Faktors demographischer Wandel trägt unter anderem nicht nur der Demografie der Ärzte, sondern auch endlich der in den neuen Bundesländern vorherrschenden Altersstruktur der Bevölkerung Rechnung, so die Bundestagsabgeordnete. Zur besseren Bedarfsplanung wird dann unter anderem berücksichtigt, dass ältere Menschen (über 60 Jahre) im Regelfall häufiger ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen müssen. Das vorrangige Ziel veralteten Arzt-Einwohner-Regelung von 1990 auf der Grundlage des Ist-Standes der alten Bundesländer war es, eine mögliche Überversorgung abzubauen. Dabei galten Bereiche ab 110 % als überversorgt, hingegen Gebiete ab 50 % (Fachärzte) bzw. 75 % (Hausärzte) als unterversorgt.

Berlin, den 16. November 2010
Veronika Bellmann (V.i.S.d.P.)


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