Ausbau ja unbedingt – aber nicht so!.

Die mittelsächsische CDU-Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Veronika Bellmann, informiert über den aktuellen Stand der Ausbauplanung der B101 – Autobahnzubringer Freiberg-Siebenlehn:

„Der Ausbau des Abschnittes der B 101 zwischen der Autobahnanschlussstelle Siebenlehn und der Stadt Freiberg ist mir im Zuge der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in Mittelsachsen außerordentlich wichtig, auch wenn die Ortsumgehung Freiberg als Ausgangspunkt aus bekannten Gründen auf sich warten lässt.

Aber die derzeitige Vorplanung zur Ertüchtigung der Bundesstraße 101 in diesem Abschnitt als Autobahnzubringer nimmt vom Planungsumfang langsam Dimensionen an, die nur schwer nachvollziehbar sind. Meine Vor-Ort-Gespräche der letzten Wochen nahm ich zum Anlass, mich bei Vertretern des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV) und beim Parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Jan Mücke MdB, über den aktuellen Planungsstand zu informieren.

Die bisher bekannten Planungen der Auftragsverwaltung des Freistaates Sachsen (AV SN) scheinen nicht nur mir bezüglich der Linienführung (incl. entsprechendem Flächenverbrauch), mehrerer aufwendiger Brückenbauwerke und vor allem wegen eines 4-spurigen Ausbaus angesichts des gebotenen Grundsatzes „Ausbau vor Neubau“, der sparsamen Mittelverwendung, späterer Unterhaltskosten und Umweltbeeinträchtigungen stark überzogen.

So soll laut der geplanten Vorzugsvariante im Abschnitt Ausbau südlich Siebenlehn die B 101 östlich der vorhandenen Ortsdurchfahrten Obergruna und Großvoigtsberg verlegt werden. Die Kosten hierfür betragen rd. 36 Mio. Euro und beinhalten acht Ingenieurbauwerke, davon sieben Brücken und eine Stützwand.

Die Vorplanungen im Abschnitt in und nördlich der Ortsdurchfahrt Großschirma quert die tiefer gelegte Vorzugsvariante Großschirma im Zuge der bestehenden Straßentrasse. Die Kosten hierfür betragen rd. 23 Mio. Euro und beinhalten ebenfalls acht Ingenieurbauwerke, davon zwei Brücken, fünf Stützwände und einen Tunnel.

Wie mir seitens einiger Eigentümer signalisiert wurde, gäbe es ihrerseits für eine solche überdimensionierte Planung keine Zustimmung zu den notwendigen Grundstücksverkäufen.

Wo hingegen mein Vorschlag eines 3-spurigen Ausbaus im Bestand allgemeine Zustimmung findet. Bei diesem könnte bereits ein abschnittsweise wechselseitiges Überholen langsamerer Verkehrsteilnehmer (Lkw und Gespanne) außerhalb der Ortschaften ermöglicht werden und für den notwendigen Verkehrsfluss sorgen.

Wenn die sächsische Auftragsverwaltung will, dass etwas vom Bund nicht finanziert und dann auch nicht gebaut werden kann, dann muss man in derartig überdimensionierte Planungen gehen. Das werde ich bei meinen nächsten Terminen im sächsischen Verkehrsministerium klar vortragen. Auch hier ist also absolut Augenmaß gefordert. Denn eine vernünftige Mittelverwendung beginnt bereits bei der Planung!“

Berlin, den 20. September 2012
Veronika Bellmann (V.i.S.d.P.)


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