Autokennzeichen – die rollenden Visitenkarten der Nation.

Die mittelsächsische CDU-Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Veronika Bellmann, zur Wiedereinführung alter „Heimatkennzeichen“:

Mein ländlich geprägter ursprünglicher Heimatlandkreis Flöha ist schön und stolz und hatte dazu mit dem Autokennzeichen FLÖ ein Alleinstellungsmerkmal der besonders lustigen Art. Jedenfalls war das so, bis die auch von mir damals schon kritisierte Politik alles kollektivierte und neben Hochhäusern und Superlandesbanken auch Riesenlandkreise schuf, mitsamt bevormundenden Autokennzeichen. Also musste auch Flöha das industriestädtische FG Kennzeichen für Freiberg fahren.

Die Flöhaer trieben es zwar nicht soweit wie die Döbelner, die seinerzeit das Autokennzeichen FG als Demütigung empfanden und mit einem Bürgerentscheid geradezu einen Kulturkampf auslösten. Man unterlag und konnte sich nicht einmal auf ein damals noch seelenloses MSN einigen, was niemanden glücklich machte.

Nun aber hat sich die Hoffnung für die Flöhaer, Döbelner, Hainicher und Millionen anderer Deutsche erfüllt. Nach dem Willen des BMVBS sollen Städte fortan ihre Buchstaben frei wählen dürfen. Schon kommen Nörgler und prophezeien “Chaos und Unübersichtlichkeit”. In Wahrheit sind 73% der Deutschen dafür und freuen sich , dass sie sich wieder zu ihrer Heimatstadt bekennen dürfen.

Es stimmt , dass es in diesen Zeiten weit wichtigere politische Themen gibt – und dennoch – ist dies ein kleiner Sieg für das Bürgerbewusstsein und ein Zeichen gegen den Zentralismus und immer größer werdender Einheiten. Nun bekommen wir legendäre Kennzeichen wie BUX Buxtehude, WAT Wattenscheid, USE Usedom, FLÖ für Flöha zurück.

Denn Nummernschilder sind nicht nur Ordnungszeichen, sondern Heimat-Wappen, kleine Grüße aus Geborgenheiten, Symbole für Identitäten, Fantasie-Impulse für Kinderspiele im Stau. Kurzum: Sie sind die rollende Visitenkarten der Nation.

Berlin, den 09. November 2012
Veronika Bellmann (V.i.S.d.P.)


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