Bellmann: Gewalt gegen Frauen ist kein Kavaliersdelikt.

Anlässlich des von den Vereinten Nationen deklarierten „Internationalen Tag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen“ am 25. November 2009 erklärt die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann:

„Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Häusliche Gewalt, die häufigste Form, zieht sich durch alle Gesellschaften und Schichten. Deutschland ist da leider keine Ausnahme: Aus einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2004 geht hervor, dass insgesamt 40 Prozent aller Frauen seit ihrem 16. Lebensjahr entweder körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt haben – mitten in Deutschland, auch im Landkreis Mittelsachsen.

Mit dem Frauenhaus in Freiberg und der Frauenschutzwohnung in Döbeln gibt es auch in Mittelsachsen eine Zufluchtstätte für Frauen und ihre Kinder vor häuslicher Gewalt. Das Frauenhaus Freiberg hat im Jahr 2009 bislang insgesamt 32 Frauen und 28 Kindern eine sichere Unterkunft bieten können. In der Frauenschutzwohnung Döbeln waren es über 25 Frauen und Kinder.

Mit Initiativen wie zum Beispiel den Aktionsplänen der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen gehen wir auf Bundesebene gegen diese Situation vor. Solange jedoch häusliche Gewalt gegen Mädchen und Frauen von Einigen als Kavaliersdelikt oder gar als Privatsache angesehen wird, wird die Politik alleine nichts ausrichten können. Mädchen und Frauen müssen mit dem Selbstverständnis leben, dass häusliche Gewalt keine Situation ist, die sie zu erleiden haben. Dazu brauchen wir die Unterstützung und Aufmerksamkeit aller – der Familien, der Ehemänner, der Mütter, der Väter und der Geschwister, aber auch die der Nachbarn, Lehrer, Freunde, Kollegen und der Medien.

Nachahmenswert ist daher zum Beispiel die Aktion von Bäckern des Landkreises, die mit bedruckten Brötchentüten auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam machen. Mit dem Schriftzug „Gewalt kommt bei uns nicht in die Tüte!“ sowie die Angabe der Kontaktdaten des Frauenhauses Freiberg und der Frauenwohnung Döbeln sollen Frauen angesprochen werden, die bisher davor scheuten, Hilfe in Anspruch zu nehmen oder noch nicht wissen, wo sie im Fall häuslicher Gewalt Hilfe bekommen können.“

Berlin, den 25. November 2009; Markus Jaeger (V.i.S.d.P.)


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