Bürgerarbeit ist konsequentes Fördern und Fordern.

Die mittelsächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann informiert über die erfolgreiche Förderung der Bürgerarbeit:

„Aktiv zu sein ist immer besser als zuhause auf ein Jobangebot zu warten. Mit dem “Bundesprogramm Kommunal-Kombi” wurden seit 01.01.2008 zahlreiche sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten in Regionen mit besonders hoher Arbeitslosigkeit geschaffen. Um die erfolgreiche Förderung mit dem Auslaufen des Bundesprogrammes Kommunal-Kombi zum 31.12.2012 weiterführen zu können, startete das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am 15. Juli 2010 mit dem neuen Modellprojekt Bürgerarbeit. Es stellt für dessen dreijährige Laufzeit insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro aus dem Bundesetat (230 Mio. Euro pro Jahr) und Mitteln des Europäischen Sozialfonds (200 Mio. Euro pro Jahr) zur Verfügung.

Bei der Bürgerarbeit wurde nicht nur eine intensive Aktivierungs- und Vermittlungsphase vorgeschaltet, sondern auch zur Bedingung gemacht, dass jedem Bürgerarbeiter ständig ein persönlicher Coach zur Seite steht, der motiviert, berät und unterstützt, damit der Sprung in einen regulären Job gelingt. Denn das oberste Ziel auch der Bürgerarbeit ist, Menschen dauerhaft in reguläre Jobs zu bringen. Die teilnehmenden Jobcenter sind hochmotiviert. Das zeigt der große Einfallsreichtum und der Mut der Konzepte. Sie nehmen nicht nur gezielt schwerer vermittelbare Gruppen wie Alleinerziehende, Arbeitsuchende mit Migrationshintergrund oder Menschen mit Behinderungen in den Blick, sie setzen auch auf eine starke Verankerung des Programms vor Ort. Das ist klug, denn mit der lokalen Wirtschaft, den Vereinen und Verbänden im Boot steigen die Chancen, dass der Beschäftigungserfolg von Dauer ist.

Für den Zeitraum vom 01.01.2008 bis zum 31.12.2014 erhalten mittelsächsische Kommunen, Vereine und Unternehmen rund 18,4 Mio. Euro, die sich auf die Regionen Döbeln mit ca. 9 Mio. Euro, Freiberg mit ca. 4,8 Mio. Euro und Mittweida mit ca. 4,6 Mio. Euro verteilen.

Hervorzuheben sind in den drei Altkreisen der Hoffnung-Nadeshda e.V. aus Freiberg mit 319.680,00 Euro, der Lebensräume e.V. aus Hainichen/Frankenberg mit 503.280,00 Euro oder der Förderverein Kloster Buch e. V. aus Leisnig mit 282.368,52 Euro. Letzterer wurde von mir in diesem Jahr wieder für den Deutschen Engagementpreis vorgeschlagen.
Die höchste Förderung riefen indes das Kommunale Jobcenter Döbeln mit 2.038.000,00 Euro, Chancen für Sachsen Freiberg e.V. mit 1.189.080,00 Euro sowie Netzwerk e.V. Mittweida mit 1.366.200,00 Euro ab. Ich bin überzeugt, dass die hier Genannten mit ihren Konzepten nicht nur bei Beantragung und Erhalt der Fördermittel besonders aktiv und erfolgreich sind, sondern auch im Hinblick auf Vermittlung und Betreuung der Bürgerarbeiter.

Auf jeden Fall ist hier jeder Euro gut investiertes Geld. Es bringt so manchen Mittelsachsen langfristig in Arbeit oder verhilft denjenigen zumindest für eine längere Zeit zu sinnvoller Beschäftigung, die früher kaum eine Chance auf einen Arbeitsplatz oder irgendeine Form gesellschaftlicher Anerkennung gehabt hätten. Außerdem ist Bürgerarbeit Unterstützung für unsere Kommunen, Vereine und Firmen bei ihren vielfältigen gemeinnützigen Aufgaben. Für mich Ansporn genug, um bei den im September anstehenden Haushaltsverhandlungen genau darauf zu achten, die entsprechenden Gelder wieder bereitzustellen.“

Wie funktioniert die “Bürgerarbeit”?

• Vermittler vor Ort sprechen einzelne oder alle Kunden an – je nach örtlichem Konzept.
• Dann Abschluss einer Eingliederungsvereinbarung, die genau festlegt: Was unternimmt das Jobcenter, was unternimmt der Arbeitslose an Eigenbemühungen in den nächsten sechs Monaten um einen regulären Job zu finden (Aktivierungsphase)
• Die Jobcenter versuchen die Beteiligten zu vermitteln. Wenn das wegen konkreter Defizite oder einer fehlenden Qualifikation scheitert, startet gezielte Förderung.
• Jedes Jobcenter kann eigene Wege verfolgen (Absicht des Programms): Zum Beispiel werden einige verstärkt auf Praktika bei Unternehmen setzen, andere auf gezielte Qualifizierung, andere in ländlichen Gegenden auf die Förderung von Mobilität. Mittelpunkt ist immer die Frage: Wie kann der Arbeitslose wieder einen Job bekommen? Was genau braucht er dafür konkret an Unterstützung?
• Erst, wenn nach der sechsmonatigen Aktivierungsphase die Integration auf einen regulären Arbeitsplatz (noch) nicht möglich war, beginnt die Beschäftigungsphase. Dann erhalten ausgesuchte Teilnehmer einen der 34.000 “Bürgerarbeitsplätze” (Die Tätigkeit muss gemeinnützig sein und darf keine regulären Jobs verdrängen: Zum Beispiel Begleitservice für Ältere/Behinderte etwa bei Behördengängen/Arztbesuchen; Energiesparberatung für Bedürftige; Unterstützung von Übungsleitern/Platzwarten im Breitensport; Kochen und Essensausgabe bei Mittagstischen für Bedürftige; Anlage/Pflege von Naturlehrpfaden, etc.)
• Vorstellungsgespräch beim Arbeitgeber, Abschluss eines Arbeitsvertrags (in der Beschäftigungsphase werden Arbeitsplätze bis zu drei Jahre mit einem Festbetrag gefördert, der Arbeitsentgelt und Sozialversicherungsaufwand des Arbeitgebers abdeckt. Wochenarbeitszeit von 30 Stunden = 1.080 Euro; Wochenarbeitszeit von 20 Stunden = 720 Euro)
• Gleichzeitig mit Aufnahme der Bürgerarbeit: Beginn des begleitenden Coachings (zum Beispiel regelmäßige Treffen, Besuche am Arbeitsplatz, Problemlösungsangebote).
• Wenn sich während der Bürgerarbeitsphase am örtlichen Arbeitsmarkt neue Chancen auftun oder die Teilnehmer über ihre Tätigkeit die persönlichen Voraussetzungen verbessern, initiiert der Coach erneute Vermittlungsversuche in reguläre Jobs.

Berlin, den 6. August 2012
Veronika Bellmann (V.i.S.d.P.)


Die Pressemitteilung als PDF-Dokument finden Sie hier.


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