Frauenkarriere per Gesetz verordnen?.

Keine Frage, eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote für Chefetagen in der Wirtschaft ist auf jeden Fall eine Einmischung des Staates.  Vielleicht erreicht aber schon die Debatte darüber wieder mehr , als bisher tatsächlich für die Frauen an echter Gleichberechtigung und Chancengleichheit heraus gekommen ist.  Ursprünglich war ich auch gegen eine Frauenquote – wer will schon als „Quothilde“ gelten. Es ist ohnehin nicht einfach für eine Frau im Berufsleben (auch in der Politik) Anerkennung für ihre Leistungen zu bekommen. Frauen müssen doppelte Leistung bringen, um einmal anerkannt zu werden, an diesem Erfahrungswert ist was dran. Das Durchsetzen fällt umso schwerer, wenn man sich nicht den Machritualen der Männer anpassen will. Ideen werden erst belächelt, dann bekämpft und zum Schluss geklaut. Wenn die Methode durch ist, dann ist die Schublade „Quotenfrau“ quasi die letzte Möglichkeit der Männer, Frauen abzuqualifizieren Auch deshalb war ich mal gegen die Quote, weil ich die Herabqualifizierung  zur Quotenfrau nicht auch noch wollte. Inzwischen stehe ich darüber und sage „Na und? . Das ist doch nur reine Konkurrenzangst der Männer oder Neid. Auf jeden Fall verletzter Stolz und vermindertes Selbstwertgefühl oder die letzte Abwehrschlacht gegen gleichberechtigte Teilnahme der Frauen am Wettbewerb und nicht nur die Bereitstellung bestimmter Posten für Frauen, wenn alles im Chaos verschwindet. Da sind Frauen plötzlich gut genug.

Außerdem – weil nun einmal nur Frauen die Kinder bekommen können und nach der Babypause viel eher Teilzeit in Anspruch nehmen als Männer, wird zumindest eine gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung für die Wirtschaft nicht zu umgehen sein. Da gehört für meine Begriffe aber auch hinein, dass Teilzeitbeschäftigte auch endlich an Aufstiegslaufbahnen teil habenkönnen. Führungsposten sind auch in Teilzeit zu machen – wenn Arbeitszeitmodelle flexibler werden.

Das die Herren der Schöpfung auch im 21.Jahrhundert noch unter einem rudimentären Gleichstellungsverständnis leiden, zeige mir ein Gespräch mit einem Mittelständler in dieser Woche.

Er sagte, „also Frauen gehen in manchen Positionen überhaupt nicht“. Aber er meinte nicht etwa körperlich anstrengende Jobs. Er meinte in der Tat Managerpositionen. „Die treffen Entscheidungen, die würde ein Mann nie treffen“, sagte er. Die Kanzlerin schloss er gleich in diesen Kreis mit ein. Auf meine Entgegnung, ob es denn die Männer vorher, die in der gleichen Position waren, je besser gemacht hätten und wie die wohl die heutige komplexe Situation gemeistert hätten, konnte er mir keine Antwort geben.

Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen geraten laut Statistik weniger in die Insolvenz, erzielen höhere Umsätze und Renditen, positionieren sich beständiger am Markt usw.usf. Das hat dem guten Mann dann ganz die Sprache verschlagen. Mir ging es so, als ich seine mittelalterliche Meinung anhören musste.

Übrigens, die Verursacher der Finanz- und Wirtschaftskrise und sämtlicher Blasen an Finanz- und Immobilienmärkten waren Männer. Frauen als Manager scheinen in der Tat „Entscheidungen zu fällen, die ein Mann nie treffen würde“ …und das ist gut so!