Aufgrund zahlreicher Gespräch mit Soldaten, die aus ihrem Einsatz in Afghanistan zurückkehrten, hat sich die Bundestagsabgeordnete, veronika Bellmann, mit folgenden Schreiben an den Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, gewandt:
Sehr geehrter Herr Bundesminister,
in der vergangenen Woche habe ich am Heimkehrerappell am Bundeswehrstandort Frankenberg teilgenommen. Es war ein sehr bewegender Appell, da der Kommandeur mit Tränen in den Augen eingestehen musste, dass er nicht alle seine Männer nach Hause bringen konnte.
Im Nachgang dieses bewegenden Tages und verschiedenen Gesprächen mit Afghanistan-Heimkehrern möchte ich verschiedene Fragen an Sie herantragen und wäre Ihnen für eine Beantwortung sehr dankbar.
Anfragen zur Verbesserung der Einsatzvorbereitung
Welchen Umfang hat die Einsatzvorausbildung mit dem DINGO und ist gewährleistet, dass die Ausbildung den Erfordernissen des Einsatzlandes und der Bedrohungslage gerecht wird?
- Wie viele Ausbildungsstunden umfasst die Kraftfahrzeugausbildung am DINGO und dem Umgang der Militärkraftfahrer mit dem entsprechenden Nachtsichtgerät?
- Wo erfolgt die Konvoi- und Geländeausbildung?
- Welchen Umfang hat Waffenausbildung an MP 7 und MG 4 in Deutschland und im Einsatzland?
- Gibt es eine verbundene Ausbildung Infanterie und Sanität, die den aktuellen tragischen Ereignissen gerecht wird?
Einsatzausrüstung
- Welchen Minen- und/oder Geschossschutz weisen die im Einsatz befindlichen Fahrzeuge der Bundeswehr auf?
- Werden Bewaffnung und Munitionsart der im Einsatz befindlichen Fahrzeuge (z.B. Bordmaschinenkanonen) als ausreichend erachtet, um den speziellen Einsatzerfordernissen und geographischen Begebenheiten gerecht zu werden?
- Werden Kaliber und Munitionsart der im Einsatz befindlichen Schusswaffen (z.B. G 36) als ausreichend erachtet, um den speziellen Einsatzerfordernissen, geographischen Begebenheiten sowie dem Orts- und Häuserkampf gerecht zu werden (Stichworte Mann-Stopp-Wirkung und Durchschlagskraft Hauswände)?
- Wie ist der Versorgungsstand mit Ersatzteilen und Ersatzgeräten (z.B. Nachtsichtbrillen, Röntgenschürzen für Sanitätszentrum)?
Schließlich wäre ich daran interessiert zu erfahren, wie lange die Freigabe von Haushaltmitteln für zusätzliche Beschaffungen dauert? Wenn dieser Zeitraum – entsprechend meinen Informationen – vier Monate beträgt, so rege ich an, diesen deutlich zu verringern, um schneller auf die Bedürfnisse der Truppe reagieren zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Veronika Bellmann MdB










