Am 11. Oktober 2011 besuchte die mittelsächsische Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann im Rahmen Ihres Kommunaltages die Region Döbeln.
Erste Station an diesem Tage war die Kläger Plastik GmbH in Hartha. Der 1949 gegründete mittelständische Familienbetrieb aus Augsburg, erweiterte sich im Jahre 1992 um die im Harthaer Gewerbegebiet Süd gelegene Produktionsstätte. Dabei konnte die Firma Kläger auf die am Altindustriestandort zahlreich vorhandenen Fachkräften aus den Branchen Maschinenbau, Elektroindustrie und Werkstofftechnik zurückgreifen. Durch Initiative des damaligen Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit Karl Josef Schommer und des Vorstandssprecher der Kreditanstalt für Wiederaufbau Dr. Gert Vogt, gelang am Standort Hartha die (Wieder-)Belebung von Industriearbeitsplätzen.
Die Kläger Plastik GmbH, Hartha fertigt seit 1992 anspruchsvolle technische Spritzgussteile aus thermoplastischen Kunststoffen. Ihre langjährige Erfahrung bei der Verarbeitung aller technischen Kunststoffe, insbesondere von Polypropylen (PPS) sowie der Hybridtechnik haben die Firma zu einem kompetenten und verlässlichen Partner gemacht. Dies zeigt auch die gute Zusammenarbeit mit der benachbarten Pierburg Pump Technology GmbH. Den hohen Qualitätsansprüchen der Automobilindustrie sowie der Bereiche Elektrotechnik und Maschinenbau, wird die Firma durch eine komplexe Prozessabwicklung von der Entwicklung der Formteile, deren Konstruktion, dem Bau der Werkzeuge bis hin zur Herstellung der Formteile gerecht.
Herr Wilfried Dittrich, Betriebsleiter am Standort Hartha, ist selbst einer von drei Netzwerkkoordinatoren des Mitteldeutschen Kompetenzverbundes Qualitätsentwicklung Bauteileprüfung Kunststofftechnik (MQuK). Von der Vernetzung profitiert vor allem der Standort Hartha mit seinen 95 Mitarbeiter. Im Laufe der Jahre ist nicht nur die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Stammwerk in Neusäss (69 Mitarbeiter) stetig gestiegen, sondern auch beim Umsatz hängt man inzwischen das Stammwerk ab. So konnte der Umsatz von 1,5 Mio. € (2001) auf über 8 Mio. € (2010) gesteigert werden. Diese Jahresumsatzmarke ist bereits im September 2011 wieder erreicht wurden. Mit diesen Umsatzsteigerungen gingen zudem zahlreiche Investitionsmaßnahmen in Technik und Gebäude einher.
Die sachsen- und bundesweite Vernetzung trägt auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung des firmeneigenen Fachkräftebedarfs Früchte. Die enge Zusammenarbeit mit diversen Berufsschulen und Beruflichen Schulzentren in Döbeln, Großröhrsdorf, Radeberg und Chemnitz sowie der Berufsakademie in Glauchau ermöglicht eine kontinuierliche Nachfolge von sehr gut ausgebildeten Werkzeugmachern. Die dafür geschlossenen Fortbildungsverträge sind von beiderseitigem Nutzen.
Im anschließenden Firmenrundgang erläuterte Herr Dietrich die verschiedenen Produktionslinien und gab einen Einblick in die momentanen Baumaßnahmen hinsichtlich einer Erweiterung der Produktions- und Lagerflächen.
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Die zweite Station des Tages war ein kombinierter Firmen- und Vereinsbesuch, denn Herr Thorsten Hartwig ist nicht nur einer der geschäftsführenden Gesellschafter der WelWel GmbH & Co. KG, sondern auch der Vorstandsvorsitzende des ”WELCOME WELLNESS” Sport- und Tanzverein Döbeln e.V.. Und dieser Verein ist derzeit sehr erfolgreich, holte er doch bei der Rock’n’Roll-Weltmeisterschaft am 24. September 2011 den fünften Platz und ist seit dem 8. Oktober 2011 der amtierende Deutsche Meister im Rock’n’Roll.
Ein solcher Erfolg kommt aber nicht von ungefähr. Im WelWel finden die Aktiven beste Trainingsbedingungen vor. Mit seinem umfangreichen Leistungsangebot können Sportler aller Coleur ihrem Freizeit- und Leistungssport nachgehen. Den reibungslosen Ablauf gewährleistet ein sehr engagiertes Team von 15 Mitarbeiter. Darunter zwei Köche, sechs Trainer und 3 Studenten. Die Ausbildung hat von jeher eine große Bedeutung für das Unternehmen. Neben Restaurantfachkräften wird auch im Bereich des Sportmarketings ausgebildet, nicht zuletzt dank der guten Zusammenarbeit mit der Berufsakademien in Riesa und Leipzig, denn der aus Riesa stammende Profifußballer Thorsten Hartwig ist selbst noch als Dozent in Riesa tätig. Auch deshalb zeigt er für seine Azubis und Studenten viel Verständnis und liegt mit der Übernahme von Studiengebühren und der Zahlung von Stipendien/ Ausbildungsvergütungen auf Tariflohnniveau.
Das natürlich nicht immer alles reibungslos läuft, konnte im Gespräch und im anschließenden Rundgang auch mitgenommen werden. Bei einer sehr hohen Besucherfrequenz kommt es natürlich auch zu Nutzung und Interessenskonflikten zwischen ehrenamtlichen Nutzern, Kunden der Sportstätte und den Veranstaltern von Großereignissen. Bisher hat der Geschäftsführer und Vereinsvorsitzende die unterschiedlichen Interessenslagen immer in Einklang bringen können. Ein hartes Stück Arbeit, dem viel Anerkennung gebührt. Nicht nur nach dem Hochwasserereignis 2002, der wenige Tage vor der Eröffnung die Einrichtung im Wert von 2,6 Millionen Euro zerstörte. Heute kann sich die Tanzsportstadt Döbeln mit dieser Einrichtung von seiner besten Seite präsentieren.
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Die dritte Station führte in das Objekt der ehemaligen Paul-Rockstroh-Kaserne. Teile des Kasernengeländes wurden nach 1990 saniert und einer neuen Bestimmung zugeführt. Im hinteren Teil siedelte sich die aus Bayern stammenden Heimerer-Schulen an. Aufgrund der Partnerschaft zwischen dem benachbarten Waldheim und der Stadt Landsberg am Lech wurde Firmengründer und Inhaber Friedrich Heimerer auf die Region Döbeln aufmerksam. Für die Weiternutzung des riesigen Gebäudekomplexes ein Glücksfall. Nach mehreren Investitionsphasen (Ausbau des Wohnheimes, Beseitigung der Hochwasserschäden 2002) beherbergt der Standort Döbeln mehrere Fachschulen unter seinem Dach. Mit einem vielfältigen Ausbildungs- und Umschulungsangebot aus dem Bereich der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Heilerziehungspflege, Podologie und Physiotherapie bietet das Schulleiterteam um Standortleiterin Dr. Susanne Hahn derzeit über 240 Jugendlichen einen Ausbildungsplatz. Diese kommen vorwiegend aus der Region, durch das eigene Wohnheim ist Döbeln aber auch für weiter zugereiste Schüler attraktiv. Die als staatlich anerkannte Fachschule in freier Trägerschaft befindlichen Heimerer-Schulen weisen eine hohe Vermittlungsquote auf. Innerhalb der Ausbildungszeit ergeben sich für die Auszubildenden oftmals schon die zukünftigen Anstellungen auf dem Arbeitsmarkt. Das zeigt den hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften in den Kranken- und Altenpflegeberufen. Umso notwendiger ist jetzt die schnelle Reform der entsprechenden Fachgesetze auf Bundesebene, um die dringenden Fragen zu Ausbildungsqualität und -finanzierung, Zugangsberechtigungen und Ausbildungsanerkennung zu klären.
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Zur vierten und letzten Station des Kommunaltages ging es in die SPL Spindel und Präzisionslager GmbH nach Ebersbach. Die heutigen Geschäftsführer Herr Tassilo Heinze und Herr Jochen Rödenbeck gründeten 1992 im Anschluss an ihr Maschinenbaustudium ihr eigenes Ingenieurbüro und erbrachten anfangs Konstruktionsdienstleistungen für den Werkzeugmaschinenbau. 1995 startete mit der Gründung der SPL GmbH auch die Entwicklung und Produktion von hydrodynamisch gelagerten Spindeleinheiten. Infolge entwickelte sich im Hause SPL eine eigene Prüfstandstechnik, die heute nicht nur zum Testen von Eigenentwicklungen wichtig ist, sondern auch Voraussetzung für die angebotenen Service- und Reparaturleistungen darstellt.
Mit der Konzentration auf kleinere Stückzahlen in höchster Qualität und geringsten Fehlertoleranzen hat sich die Firma erfolgreich den amerikanischen, asiatischen, indischen und seit einem Jahr auch den arabischen Markt (Salzwasseraufbereitung) erschlossen. Den (chinesischen) Massenmarkt lässt man dabei bewusst beiseite. Denn die monatliche Produktion (nur) rund 40-60 Spindeleinheiten und nicht, wie am Massenmarkt üblich, mind. 200 Einheiten pro Monat. Nach Indien werden, neben einzelnen Spindeln, sogar ganze Baugruppen geliefert.
Durch die Nutzung verschiedener Förderprogrammen, wie z.B. „Innoregio“, „InnoSachs“ und der Investitionszulage, der Gewinnung von Fremdkapital und der Nutzung der Kurzarbeit-Regelung, konnte auch das Krisenjahr 2007/07 gemeistert und alle Mitarbeiter gehalten werden.
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Hochschulen werden aber nicht nur die Forschungs- und Entwicklungspotentiale erweitert, auch die Ausbildung der benötigten Fachkräfte wird dadurch gewährleistet. So werden am Standort Ebersbach CNC-Fräser und –Schleifer sowie Mechatroniker ausgebildet und der eigene Fachkräftebedarf abgedeckt.
Im anschließenden Firmenrundgang wurden die Mitarbeiter vorgestellt, die Produktionstechnik erläutert und der Prüf- und Teststand in Augenschein genommen.










