Landgemeinden haben das Nachsehen.

Zur Bekanntmachung des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen im Freistaat Sachsen bezüglich der Anordnung von Zulassungsbeschränkungen und insbesondere zur Feststellung von Über- und Unterversorgung erklärt die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann:

„Mit der Anordnung von Zulassungsbeschränkungen vom 02. November 2011 hat der Sächsische Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen für die Bezugsregionen Hartha, Roßwein, Ostrau und Waldheim einen zusätzlichen lokalen Versorgungsbedarf bei den Hausärzten festgestellt, aber nicht für den übergeordneten Planungsbereich Döbeln. Den Planungsbereichen Freiberg und Mittweida wurde ebenfalls keine ärztliche Unterversorgung attestiert.

Im Detail bedeutet das, dass entsprechend der Förderbedingungen der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) für die Ansiedlung der fehlenden Hausärzte in den o.g. vier Bezugsregionen auch keine Investitionskostenzuschüsse fließen werden. Diese werden nur bei einer festgestellten Unterversorgung bzw. drohenden Unterversorgung im Planungsbereich gewährt. Hier zeigt sich bereits im lokalen Maßstab womit wir bundesweit zu kämpfen haben – auch Mediziner zieht es in die Zentren, weniger in die klassischen Landgemeinden.

Deshalb sollte geprüft werden, ob die Förderung für Investition in Arztpraxen unterversorgter Gebiete bspw. umgekehrt proportional zur Gemeindegröße zu staffeln. Eine finanzielle Förderung muss auch bei einem zusätzlich lokal festgestellten Versorgungsbedarf in den kleineren Bezugsregionen möglich sein. Schließlich fallen in den Landgemeinden Kosten für Handwerkerleistungen zur Herrichtung der Praxis, für Praxismöbel und -ausstattung und den Kauf eines Praxis-PKW gleichermaßen an. Ein finanziell größerer Anreiz in kleinen Gemeinden im Vergleich zu den Mittel-od. Oberzentren od. eine so gestaffelte Zulage könnte einen gewissen Stadt-Land-Ausgleich schaffen.

Erfreulicherweise wurden die zwei Hausarztstellen im Bereich Kinder- und Jugendmedizin in Freiberg wieder besetzt. Dennoch sind in den drei mittelsächsischen Bedarfsplanungsbereichen Freiberg, Döbeln und Mittweida derzeit immer noch folgende Praxen abzugeben bzw. neu zu besetzen:

Fachgebiet

Planungsbereich

Zeitraum

Registrier-Nr.

Frauenheilkunde- u. Geburtshilfe Freiberg 30.06.2012 11/C025P
Augenheilkunde Döbeln sofort 11/C001P
Chirurgie Mittweida 01/2012 10/C065P
Augenheilkunde Döbeln 04/2010 10/C015P
Augenheilkunde Freiberg 04/2010 10/C016P
Allgemeinmedizin Mittweida 12.12.2011 11/C043
Allgemeinmedizin Mittweida 12.12.2011 11/C040
Allgemeinmedizin Freiberg geplante Übergabe:
2. Quartal 2012
10/C037P
Innere Medizin-hausärztlich Mittweida spätestens IV/2011 10/C050P
Allgemeinmedizin Döbeln 01.07.2011 10/C018P

Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Sachsen

Aufgrund der partiellen Öffnung durch die Anwendung des Demografiefaktors ergeben sich, entgegen früherer Anordnungen, jetzt mehr zur Verfügung stehende Stellen im Haus- und Facharztbereich.

Für die Mittelsachsen ergeben sich daraus noch die folgende Anzahl freier Arztsitze bis zur erneuten Überversorgung:

Planungsbereiche

Augenärzte

Hautärzte

Hausärzte

Döbeln

1

-

-

Freiberg

2

-

10 (bisher 6)

Mittweida

2

1

10 (bisher 1)

Berlin, den 25. November 2011
Veronika Bellmann (V.i.S.d.P.)


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