Mutig, weise, unkonventionell.

Die mittelsächsische CDU- Bundestagsabgeordnete und gläubige Katholikin, Veronika Bellmann, erklärt zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI.:

„Zunächst konnte man annehmen, die Nachricht vom Rücktritt des Papstes sei ein Rosenmontagsscherz. Dann kam ich schnell auf die zur Faschingszeit passenden Volksweisheit „Der Narr tut, was er nicht lassen kann und der Weise lässt, was er nicht tun kann.“ So hat denn Papst Benedikt XVI. eine weise, mutige und unkonventionelle Entscheidung getroffen. Das passt zu seinem gesamten Pontifikat, zu seinen theologischen und philosophischen Leistungen, die innerhalb der katholischen Kirche aber auch gegenüber der protestantischen und jüdischen Glaubensgemeinschaften aber insbesondere gegenüber den Muslimen klare Worte fand. Seine beiden Jesus-Bücher sind nicht umsonst internationale Bestseller quer über alle Generationen hinweg.

Dieser Rücktritt ist ohne Zweifel eine der kühnsten Akte der Kirchengeschichte. Das hätte wohl keiner dem als immer wieder zu konservativ kritisierten deutschen Kirchenoberhaupt zugetraut. Aber er hat uns noch in dieser letzten Amtshandlung gelehrt, was konservativ zu sein heute bedeutet – das Gute bewahren und das Neue wagen. Bewahrt hat sich Papst Benedikt seinen Realitätssinn bezüglich seiner Selbsteinschätzung und daraus letztendlich die Kraft für den mutigen Schritt zum Neuen, dem Loslassen geschöpft. Insofern bedaure ich den Rücktritt von Papst Benedikt mindestens genauso sehr wie ich ihn respektiere und bewundere.

Ich selbst durfte dem Heiligen Vater mit einer Gruppe katholischer Bundestagsabgeordneter (K.-Höffner-Kreis) in einer besonderen Audienz in der Karwoche des Jahres 2011 und im vergangenen Jahr bei seinem Besuch im Bundestag in einem großen Gottesdienst im Olympiastadium sehr nahe sein. Dabei lernten wir in einem persönlichen Gespräch auch einen der als möglichen Nachfolger gehandelten afrikanischen Kardinal Peter Turkson aus Ghana kennen. Dies alles hat mich nicht nur tief beeindruckt sondern mich für mein Mandat in, geistiger religiöser und politischer Hinsicht geprägt.“

Berlin, den 11. Februar 2013
Veronika Bellmann (V.i.S.d.P.)


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