Schlechter Aprilscherz – ARD sendet falsches Signal nach Afghanistan.

Zur angekündigten Einstellung der ARD-Fernsehübertragung zu den deutschen Soldaten in Afghanistan erklärt die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann:
„Erneut unternimmt das Erste Deutsche Fernsehen (ARD) den Versuch, auf Kosten der Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz zu sparen. Zum 1. April soll die Fernsehübertragung via Satellit eingestellt werden.
Bereits kurz vor Weihnachten 2010 wollte die ARD die Einstellung der Übertragung vornehmen, hatte dieses Vorhaben aber nach Protesten der informierten Öffentlichkeit gestoppt. Ich hatte mich seinerzeit an den MDR-Intendanten Prof. Reiter gewandt und darauf hingewiesen, dass auch Soldaten Gebührenzahler sind und einen Anspruch auf die öffentlich-rechtliche Grundversorgung haben. Im Übrigen machen die Kosten für die Satellitenübertragung von rund 1 Mio. Euro pro Jahr bei Gebühreneinnahmen von insgesamt 5,3 Mrd. Euro gerade einmal 0,019 Prozent aus.
Prof. Reiter antwortete mir im Februar, es sei nie die Absicht der ARD gewesen, die Bundeswehr in irgendeiner Form vom Empfang auszusperren, wie dies teilweise in der Medienberichterstattung zum Jahresende angeklungen sei. Diese Aussage hatte eine kurze Halbwertzeit und ist vor dem Hintergrund der jetzt beabsichtigten Übertragungseinstellung geradezu arrogant, zumindest aber wenig glaubwürdig.
Auch wenn die ARD dem bundeswehreigenen Fernsehsender bwtv nun einige Informationssendungen kostenlos zur Verfügung stellen will, ist dies ein fauler Kompromiss auf dem Rücken der Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.
Kritik kommt auch vom Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V., dem ich selber angehöre. Ich unterstütze diesen Protest ausdrücklich und habe deshalb an die amtierende ARD-Vorsitzende Monika Piel geschrieben und den Fortbestand der Übertragung gefordert.“
Berlin, den 31. März 2011
Veronika Bellmann (V.i.S.d.P.)


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