Volkstrauertag in Eppendorf.

Die Gemeinde gedachte auch in den Ortsteilen Großwaltersdorf und Kleinhartmannsdorf ihrer Opfer von Krieg, Vertreibung und Gewaltherrschaft. Dazu erklärt die mittelsächsische Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann, die vor fünf Jahren die offizielle Veranstaltung in Eppendorf ins Leben rief: „Ich freue mich und danke dafür, dass die Gedenkfeier zum Volkstrauertag wieder zur Tradition geworden ist und auch die Ortsteile Großwaltersdorf und Kleinhartmannsdorf einen würdigen Rahmen dafür gestalten.“ Der Dank kam in ihrer kurzen Ansprache ebenso vor wie folgende Worte:

„Viele Inschriften auf Gedenksteinen mahnen uns Trauern und Erinnern nicht zu vergessen. Der Volkstrauertag ist insofern ein Stachel im Fleisch des Vergessens. Weil wir selbstgefällig und satt geworden sind, weil Frieden und Freiheit so selbstverständlich für uns geworden sind, vergessen wir zu trauern, zu erinnern, nachzudenken. Die Mahnung wird leiser und leiser, weil die letzten Zeitzeugen und ihre Angehörigen, die Not, Krieg, Elend, Flucht und Vertreibung selbst erlebt  oder aus nächster Nähe mitgeteilt bekommen haben, bald nicht mehr leben. Weil aber das Wissen unserer Geschichte und ihrer Lehren ebenso wichtig ist und Gewalt auch heute in vielfältigsten Formen gegenwärtig ist, ist der Volkstrauertag nicht nur ein Tag für die Toten, sondern auch einer für die Lebenden. Es geht gerade deshalb die Jüngeren an. Wer den inneren Frieden nicht halten kann, in Familie, Gemeinde, Gesellschaft, ist für den äußeren Frieden schlecht gerüstet.

Insofern bleibt der Volkstrauertag eine stete Mahnung und Herausforderung: Halten wir das Andenken der Opfer, auch das an die in Afghanistan gefallenen Soldaten in Ehren! Hören wir auf ihr Vermächtnis! Üben wir Frieden  – im Gespräch wie im Umgang miteinander! Versuchen wir einander zu verstehen in Toleranz und Geduld! Deshalb wünsche ich uns, dass der Volkstrauertag zum Volksfriedenstag wird und sich gerade auch in Eppendorf und Umgebung noch mehr Menschen, insbesondere Schülerinnen und Schüler an den Aktionen beteiligen.“

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Inschrift in der Gedenkstätte Rossoschka bei Wolgograd (ehemals Stalingrad) „In harten schrecklichen Stunden sind wir gefallen. Uns war nicht die Möglichkeit gegeben, in dieser Welt zu leben …. Lebende, denkt an uns, und sorgt dafür, dass ewiger Friede werde auf dieser Erde.“

Berlin, den 16. November 2010
Veronika Bellmann (V.i.S.d.P.)


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