Kommunaltag in Waldheim
Am 01. September 2010 war wieder Kommunaltag. Dieses Mal war Frau Bellmann in der Zschopaustadt Waldheim unterwegs. Das Programm an dem Mittwoch war sehr umfassend und vielfältig.
Um 9.00 Uhr begann die Abgeordnete mit dem Firmenbesuch der Walther-Nutzfahrzeuge GmbH. Geschäftsführer Andreas Schramm präsentierte eindrucksvoll die Entwicklung des Betriebes. Seit über 100 Jahren ist der einstige Familienbetrieb in Waldheim beheimatet. Nach der Reprivatisierung 1991 wurde die Produktion auf Spezialaufbauten für Lkw´s umgestellt. Mit dieser Nischenproduktion für Koffer- und Pritschenaufbauten hat Walter-Nutzfahrzeuge eine Marktlücke für sich erschlossen. Zusätzlich bietet das Unternehmen seinen Kunden den Service, mit eigener Reparatur und Wartung – aus erster Hand – bei den Kunden vor Ort an.
In den vergangenen Jahren stiegen kontinuierlich die Umsatzzahlen und seit 2004 wurden 5 Millionen Euro am Standort Waldheim investiert. Geschäftsführer Andreas Schramm lobte die GA-Förderung, von welcher gerade sein Unternehmen oft profitiert hat.
Weiter ging es zur Waldheimer Speditionsgesellschaft (WSG). Das Führungsteam empfing seinen Besuch besonders herzlich. Die Gesellschafter Herr Meidel und Herr Römer berichteten, wie sie aus dem ehemaligen Kraftverkehr Waldheim ein modernes Logistikunternehmen entwickelt haben. Mit 550 Mitarbeitern – an 8 Standorten – in Deutschland verfügt die WSG als zertifizierter Dienstleistungspartner über langjährige Erfahrungen im Güterverkehr sowie bei innerbetrieblicher Logistik und individuellen Lösungen in den Bereichen:
- Papierlogistik
- Neumöbellogistik
- Ersatzteillogistik für die Automobilindustrie
- Lager- und Umschlagslogistik
- nationaler und internationaler Fernverkehr
Die Firmenphilosophie besteht darin, den Kunden logistisch so umfassend zu betreuen, dass er sich ganzheitlich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann. So verfügt der Betrieb in Waldheim über eine Lagerkapazität von 16.000 m².
Natürlich hat die Wirtschaftskrise für Umsatzeinbußen in den vergangenen Jahren geführt, aber auch die steigenden Kosten bei Mautgebühren und Kraftstoffpreisen belasten das Unternehmen erheblich. Diese Mehrkosten können nicht mehr kompensiert werden. Auch durch die Kreisreform bestand die Forderung alle über 100 Lkw´s mit neuen Kennzeichen auszustatten. In diesem Zusammenhang formulierte Herr Römer die Bitte an Frau Bellmann sich dafür einzusetzen, dass diese finanzielle Belastung nicht den Unternehmen zusätzlich auferlegt wird. Eine vereinfachte Verwaltungspraxis entspräche einer praktischen Wirtschaftsförderung.
Der nächste Besuch führte Frau Bellmann zu der Waldheimer Gewürze GmbH. Die Geschäftführerin, Frau Grit Hentrich, entführte zuerst die Abgeordnete mit dem Betriebsrundgang in die Welt von Düften und Aromen. Seit über 30 Jahren steht der Betrieb für ausgezeichnete Qualität und Frische, denn es werden zur Herstellung von Gewürzmischungen nur frisch vermahlene Gewürze verwendet. Die besondere Spezialität besteht in den alten überlieferten Rezepturen erfolgreicher sächsischer Fleischer- und Küchenmeister.
Frau Hentrich betreibt eine frauenfreundliche Betriebspolitik indem sie ihren 19 Mitarbeiterinnen flexible Arbeitszeiten garantiert und diese immer an dem Rückenschulkurs des Mehrgenerationshauses teilnehmen können.
Auch in diesem Betrieb können die ständig steigenden Kosten nicht auf die Verkaufspreise umgelegt werden. Frau Hentrich bedauerte, dass die Lebensmittelindustrie in Sachsen keine Lobby hat. Das Projekt des ehemaligen Landkreises Döbeln „Sachsen genießen“ sollte für den neuen Landkreis weiter geführt werden. Der zweite Beigeordnete, Herr Dr. Graetz, versprach sich dafür einzusetzen, denn auch nach seiner Meinung war die Kombination der Vermarktung von Lebensmitteln, Herstellern und Tourismus eine ideale Konstellation.
Im Anschluss stand der Besuch der Firma Endress + Hauser Conducta auf dem Programm. 1991 gründete sich die Betriebsstätte in Waldheim mit 4 Mitarbeitern basierend auf dem Know-how des Kurt Schwabe Instituts buchstäblich im Hinterhof.
Heute befindet sich im Gewerbegebiet eine moderne Fertigungsstätte für prozessanalytische Sensoren für über mittlerweile 140 Mitarbeiter. Der Grund für die Erfolgsbilanz ist eine steigende Nachfrage nach hochwertigen ph-Sensoren für die Industrie. Betriebsleiter, Dr. Fikus, erläuterte während der Betriebsbesichtigung die Firmenphilosophie des Unternehmens – Mitarbeiter und Unternehmen bilden eine Einheit und es wird dort produziert, wo der Kunde ist. Die Endress + Hauser Conducta gehört zu den 100 besten Arbeitgebern im deutschen Mittelstand und erhielt dafür das TOP-JOB-Gütesiegel.
2009 verlieh die Oskar-Patzelt-Stiftung dem Unternehmen den Titel “Großer Preis für den Mittelstand“ für hervorragende unternehmerische sowie mittelstandsfördernde Leistungen.
Heiko Felgener, Direktor der Förderschule Waldheim, hatte sich den Besuch von Frau Bellmann gewünscht. Er gab während des Gespräches nochmal seine Bedenken für die künftige Schulnetzplanung speziell zur Struktur der Förderschulen im Altkreis Döbeln kund. So hat sich gerade das Beispiel des Schulkomplexes Waldheim mit 3 Schulen an einem Ort, Grundschule, Mittelschule und Förderschule bewährt. Für die Förderschüler bietet gerade diese Struktur eine bessere individuelle Förderung statt einer befürchteten Verinselung in den Allgemeinschulen. Die Schüler begegnen sich hier, kennen sich und können miteinander spielen. Somit wird Akzeptanz und Individualität auf natürlichem Weg erreicht. Kleine Standorte in ruhiger Atmosphäre macht die Entscheidung für diese Schulen einfacher. Um die jetzige Struktur zu erhalten, könnte sich Herr Felgener die Gründung eines Schulzweckverbandes mit mehreren Standorten vorstellen. Er bat darum, dass dieses Thema gerade bei der anstehenden Entscheidung über die kommende Schulnetzplanung von allen Seiten betrachtet werden sollte.
Die Stadt Waldheim hat eine weitreichende Geschichte, von der Gründung bis zur Gegenwart sind im Waldheimer KulturZentrum immer wieder neue Ausstellungen zu finden. Der Leiter, Falk Hartig, zeigte Frau Bellmann die Schätze seines Hauses. So werden zur Zeit in der kleinen Galerie die Zeichnungen und Plastiken, von Georg Kolbe, ausgestellt, ebenso Kunstwerke der Bildhauerin Irmgard Biernath und von Ruth Leibnitz. Im Haus befindet sich gleichfalls die Stadtbibliothek, die von den Bürgern gut genutzt wird. Beliebt sind vor allem die Autorenlesungen, die regelmäßig stattfinden.
Den Abschluss des Kommunaltages bildete der Besuch des Waldheimer Jugendzentrums „Checkpoint“ im Ortsteil Massanei. Die Stadt hatte dieses Objekt vom Land erworben und hat in den vergangenen Jahren rund 560.000 Euro für die komplette Instandsetzung investiert. Die Leiterin Frau Ladusch und ihr Mitarbeiterteam haben den Jugendlichen immer ein aktives Mitspracherecht eingeräumt ob bei der farblichen Gestaltung der Räume oder bei den Außenanlagen. Im Checkpoint treffen sich mehrere Gruppen wöchentlich wie der Mutter-Kind-Kreis oder der Familientreff. Der Höhepunkt bildet jedes Jahr das Fun-Sportfest am 31.05. und 01.06.
Voller positiver Eindrücke von der Stadt Waldheim endete der Kommunaltag für die Abgeordnete gegen 19.00 Uhr.

Jugendzentrum "Checkpoint" in Massanei: v.l. stellv. Leiterin Nicole Radke, Mitarbeiter Stefan Hennig, MdB Bellmann und BM Blech

















