Wir sprechen deutsch – die Amtssprache ist Deutsch, nicht „Denglisch“.

Nachdem der Bundesverkehrsminister Dr. Ramsauer (CSU) in seinem Ministerium angeordnet hat, Deutsch als Amtssprache und generell in allen Behörden sowie offiziellen Dokumenten zu gebrauchen, zieht nun auch der Chef der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, endlich nach. Dazu erklärt die stellvertretende europapolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion und stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages, Veronika Bellmann:

„Unsere deutsche Muttersprache ist die Sprache einer der größten Kulturnationen der Welt. Sie stetig mit pseudo-englischen Einflüssen zu verwässern, unterstreicht nicht die Weltläufigkeit, sondern ist meist Wichtigtuerei.

Die Initiativen des Bundesverkehrsministers und des Bahnchefs begrüße ich daher ausdrücklich. So wird die Bahn ihre Handzettel nicht mehr ‚Flyer’ nennen, die Informationsstellen nicht mehr ‚Hotline’, den Schaffner nicht mehr ‚Travel Officer’, das Mietradangebot nicht mehr ‚Call a bike’ und den Kurzzeitparkbereich auch nicht mehr ‚Kiss&Ride-Zone’. Letzteres hatte nicht nur ältere Bürger einigermaßen verwirrt und den Weg durch einen vormals deutschen Bahnhof zu einem Blindflug durch Denglistan gemacht. Der Bahnchef hat uns jüngst beim Gespräch versprochen, die Bahn werde alternative Begriffe für unverständliche und überflüssige Anglizismen suchen.

Diese Versprechen sind nicht bloßes Entgegenkommen gegenüber Älteren und Nichtsprachkundigen, sondern ein für andere Länder ganz selbstverständliches Zeichen der Identifikation und der gesunden Selbstachtung mit dem Heimatland. Es hat in der Geschichte der deutschen Sprache immer Phasen geben, in denen sich Lehnwörter aus anderen Sprachen durchgesetzt haben (Portemonnaie, Internet, Computer usw.). Es ist auch richtig, frühzeitig und intensiv eine Sprache zu lernen, mit der man sich überall auf der Welt verständigen kann. Das ist jedoch kein Grund alles krampfhaft mit einem englischen Etikett zu belegen und die eigene Muttersprache, in unserem Falle die eines Goethe, Schiller, Lessing, Mann, Böll oder Grass einfach zu einem Sprach-Kauderwelsch zusammen zu panschen.

So kann der respektlose Umgang mit der eigenen Sprache und ein gedankenloser Gebrauch von Anglizismen beendet werden. Letztendlich werden durch die Aktivität von Bundesminister Dr. Ramsauer und Bahnchef Dr. Grube unsere Bemühungen im Europaausschuss des Bundestages unterstützt, innerhalb der EU neben den Amtssprachen Englisch und Französisch auch Deutsch gleichberechtigt zu gebrauchen. Die Initiativen von Dr. Ramsauer bzw. Dr. Grube sowie unsere parlamentarischen Bemühungen sind bei weitem keine übertriebene Deutschtümelei! Im Fall der EU ist Deutsch als dritte Amtssprache sogar vertraglich festgelegt. Allein an die Einhaltung dieses Vertrages haben sich immer weniger Amtsträger in der EU gehalten.“

Berlin, den 22. Februar 2010; Markus Jaeger (V.i.S.d.P.)


Die Pressemitteilung als PDF-Dokument finden Sie hier.