Wenn einer in Theologie habilitiert hat, in Geschichtswissenschaften promoviert und in Psychologie diplomiert ist, bezüglich Vergangenheitsbewältigung über das Verhältnis SED-Staat und Kirche publiziert hat und dann allen Ernstes frühere Spitzenfunktionäre des SED-Staates und Stasi-Zuträger in Ministerämtern einer freiheitlich demokratischen Grundordnung sehen will, dann sind Zweifel an seiner politischen Reife angebracht. Vor diesen Zweifeln schützt auch nicht seine Tätigkeit als ehemaliger Leiter des Hannah-Arendt-Institutes für Totalitarismusforschung. Dazu passen schon eher seine Sympathiebekundungen für die Scientology-Kirche. Ganz und gar abstrus sind seine in einem Freie Presse-Interview vom 10. November 2009 gezogenen Parallelen zwischen den SED-PDS-Linken zu den Grünen. „Auch die Grünen empfand man anfangs als Zumutung, heute sind sie längst akzeptierte Regierungspartner“, sagt Besier und will deshalb den Alt-SED-Kader zum Regierungsamt. Wenn ich eine Grüne wäre, würde ich mich gegen derartige Vergleiche mit Händen und Füßen wehren. Schließlich waren die Grünen niemals Vertreter oder gar Träger des Systems eines Unrechtsstaates, der als Diktatur der Unfreiheit Menschenleben zerstört hat.